" xml:lang="de" dir="ltr"> Geschichte Geiselhörings | Junge Union Geiselhöring

Geschichte Geiselhörings


Die schmucke Stadt Geiselhöring am Übergang des Labertals in den Gäuboden ist seit Jahrhunderten ein bedeutender gewerblicher Mittelpunkt im fruchtbaren, landwirtschaftlich genutzten Umland. Am Schnittpunkt der Handelsstraßen Regensburg - Dingolfing und  Straubing - Landshut war der ehemalige Markt weit über die Grenzen des Labertals hinaus bekannt. Geiselhöring ist als "Unterzentrum" ausgewiesen, eine gelungene Symbiose von Fortschritt und Tradition. Funde aus der Frühgeschichte wie Mammutzähne und Siedlungsspuren lassen den Schluss zu, dass vor etwa 7000 Jahren Jäger, Fischer und Ackerbauern in dieser Gegend lebten. Bekannt sind Hügelgräber aus der Bronze- und Hallstattzeit sowie bajuwarische Reihengräber mit Beigaben; außerdem fand man mehrere Keltenschanzen und römische Münzen. Das bedeutendste Relikt aus der Vergangenheit kam 1984 bei der Geländeerschließung für das Freibad zum Vorschein: der "Geiselhöringer Stier", eine 16 cm große tönerne Rinderfigur aus der Jungsteinzeit. Aus der Urnenfeldzeit ist ein bauchiger Tonkopf mit knapp einem Meter Umfang erhalten. Somit dürfte der heutige Stadtbereich seit der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein.

1287 erstmals als Markt erwähnt

Als echter –ing Ort ist Geiselhöring eine Gründung der Bajuwaren unter dem Dorfadeligen Gisilher. Urkundlich wurde die Siedlung erstmals in einer Schenkungsurkunde von 1130/40 erwähnt, als ein Hof im benachbarten Greißing an das Regensburger Kloster Obermünster übergeben wurde. Ein Zeuge dieser Schenkung war Chuonrad des Gisilheringen, Konrad von Geiselhöring, ein Angehöriger des Dorfadels. 1287 ist die Siedlung erstmals urkundlich als Markt erwähnt, und 1987 feierte Geiselhöring 700 Jahre Marktrechte. Wegen der günstigen Verkehrslage war der Markt für die Territorialpolitik der Wittelsbacher wichtig. Geiselhöring versorgte ein weites bäuerliches Umfeld mit Gebrauchsgütern. Märkte genossen Privilegien: die Bewohner waren freie Bürger, wählten ihren Kämmerer (Bürgermeister) und die Ratsmitglieder. Ein Markt durfte sich mit Toren und Zäunen gegen das Umland abgrenzen, er hatte die Polizeigewalt (niedere Gerichtsbarkeit) inne und ein Rathaus. Nach dem Brand von 1504 bauten die stolzen Geiselhöringer Marktbürger 1524/25 jenes schmucke gotische Rathaus, das nach einigen Umbauten knapp 500 Jahre später dem Bürgermeister wieder als Amtssitz dient und das Ortsbild schmückt. Aus dem 16. Jahrhundert sind vier Rund- und Dreipaßscheiben mit Haus- sowie Meisterzeichen und Ehrenwappen erhalten. Das erste bekannte Wappen des Marktes stammt von 1514 und zeigt im Schild die aufgestellte Egge, 1611 fügte man die bayerischen Rauten hinzu. Auch Straubing führt einen Pflug und der Markt Pfaffenberg eine Pflugschleife in seinem Wappen.

Bedeutende Märkte

1524 genehmigte der Herzog als erste den George- und den Ägidimarkt, schon 1526 folgten zwei Jahrmärkte an Maria Magdalena im Juli und an Kathrein im November. Im 19. Jahrhundert zählten die Geiselhöringer Großviehmärkte zu den wichtigsten in ganz Niederbayern. Im Jahr 1888 wurden 6886 Stück Hornvieh aufgetrieben.

Kriege, Seuchen, Brände

In der wechselvollen Geschichte des Marktes hatte die Bevölkerung immer wieder zu leiden. 1436 und 1504 brannte der Ort völlig nieder, im Dreißigjährigen Krieg fielen schwedische Reiter zweimal über das Labertal und seine Dörfer her. Das Elend, wie es eindrucksvoll auf einer Votivtafel in der Filialkirche Greißing dargestellt wurde, war unvorstellbar. Einquartierungen und Kontributionen forderten später auch die Türkenkriege sowie der Spanische und der Österreichische Erbfolgekrieg. Im Friedensjahr 1726 schließlich legte ein Großbrand 72 Gebäude in Schutt und Asche. Zwar blieb der Markt in den beiden Weltkriegen vor materiellen Schäden verschont, die Kämpfe brachten jedoch durch den Tod zahlreicher Geiselhöringer Kriegsteilnehmer viel Leid auch in das Labertal. Ein tragendes Element der wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes waren schon in früheren Jahrhunderten die Handwerker. 1805 z. B. gab es 34 Handwerker in der Lebensmittelbranche, 42 in der Bekleidungsbranche und 25 mit zusätzlich 21 Hilfskräften in der Baubranche. Die Brauereien spielten spätestens seit dem 13.Jahrhundert eine bedeutende Rolle. So werden in Urkunden von 1287 ein preuhaus und eine taver genannt, welche dem Kloster Obermünster gehörten. Im 16. Jahrhundert sind 17 Braustätten überliefert, 1805 existierten noch deren sieben, und heute ist die Erl-Brauerei als einzige und einer der letzten im Gäuboden übriggeblieben.